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www.alejandro-jodorowsky.de
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Autorenwebsite mit umfassenden Informationen zu Alejandro Jodorowsky.

Bücher über Heilkunst:

  • „Der Finger und der Mond“
  • „Der Weg des Tarot“
  • „Cabaret Místico“ (Spanisch, dt. Mystisches Kabarett), Siruela 2006
  • „Psicomagia“ (Spanisch, dt. Psychomagie), Siruela 2004
  • „Le théâtre de la guérison“ (Französisch), Albin Michel 2001
  • „Los evangelios para sanar“ (Spanisch, dt. Die Evangelien zum Heilen), Siruela 2007
  • „Un évangile pour guérir“ (Französisch, 2 Bände), Editions du Relié 2003

Spirituelle Autobiographie:

  • „La danza de la realidad“ (Spanisch, dt. Der Tanz der Wirklichkeit), Siruela 2001
  • „La danse de la realité“ (Französisch), Albin Michel 2004
  • „El maestro y las magas“ (Spanisch, dt. Der Meister und die Magierinnen), Siruela 2005
  • „Mu, le maître y les magiciennes“ (Französisch), Albin Michel 2005

Aphorismen von
Alejandro Jodorowsky

(deutsch von Silke Kleemann)

Verlassenes Zimmer
Haus ohne Herr
die Leere lauert
unter meinen Worten

Wie viel
muss man aufhören zu sein
um zu sein?

Jede Nacht bete ich
um die Kraft zu erlangen
mit dem Beten aufzuhören

Wie Katzen
liebkose ich zärtlich
meine negativen Gefühle

Glück
eine verblühende Blume
die dabei Danke sagt

Unter den
unbeweglichen Wolken
trägt der Wind
die Stadt mit sich fort



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Handwerkszeug eines Psychomagiers

Auch bei seiner therapeutischen Arbeit beschränkt Alejandro Jodorowsky sich nicht auf eine Disziplin, kunstvoll lässt er verschiedene Ansätze und Techniken zusammenfließen. Öffentliche Veranstaltungen beginnt er mit einer Frage ans Publikum: „Wie kann ich euch nützlich sein?“, danach bedient er sich ganz nach dem Bedarf des Augenblicks aus seinem großen heilerischen Zauberkasten. Seine Arbeitsweise ist stark von seiner charismatischen Persönlichkeit geprägt und scheint deshalb nur schwer nachstellbar. Die Samen der Inspiration, die er sät, sind jedoch transpersonal und erblühen auch ohne die persönliche Begegnung.

Lehrgeschichten

Gern erzählt Alejandro Jodorowsky Lehrgeschichten aus verschiedenen Traditionen und setzt überliefertes Wissen zur Einleitung des Heilungsprozesses ein. Das können Koans aus dem Zen-Buddhismus sein, Geschichten von Mullah Nasrudin, aber durchaus auch einmal zotige Witze. Jodorowsky schlüpft in die unterschiedlichsten Rolle, kann ebenso den weisen Großvater wie den rebellischen und fordernden Aufwiegler geben. Ihn live zu erleben ist ein Ereignis – Kostproben von seiner Kunst des Heilens mit Geschichten gibt es in „Der Finger und der Mond“ und, bisher nur auf Spanisch, in „Cabaret Místico“.

Tarot

Einstieg in eine Sitzung sind oft die Tarotkarten. Sie geben einen ersten Anhaltspunkt zum Thema, um das es gehen wird. Schon als junger Mann war Jodorowsky von den Tarotkarten fasziniert, er selbst sagt: „Seit über einem halben Jahrhundert ist der Tarot mein Geliebter, mein Führer, meine Struktur ...“ 1993 Jahren traf er Philippe Camoin, den Spross einer französischen Dynastie von Spielkartenfabrikanten. Gemeinsam machten sich die beiden auf die Suche nach alten, handgemalten Ausgaben des Tarot de Marseille – auf diesem traditionsreichen Blatt basiert das Opus „Der Weg des Tarot“, in dem Jodorowsky gemeinsam mit Marianne Costa in die Kunst der zugleich fundierten und intuitiven Deutung der Tarotkarten als Spiegel der Seele einführt.

Familienstammbaum

Wichtiger Bestandteil seiner Arbeit ist auch die Frage nach der Familiengenealogie des Ratsuchenden. Wie war das Verhältnis zu den Eltern, Geschwistern, was gab es für Besonderheiten in der Generation der Groß- und Urgroßeltern? Erfolgte die eigene Empfängnis vielleicht ungewollt? Zur Auflösung von Geburtstraumata, z.B. bei Kaiserschnitt, lässt Jodorowsky gern Zeugung und Geburt nachspielen: Der Fragende darf sich aus dem Publikum Vater und Mutter auswählen, erblickt dann im Adamskostüm symbolisch noch einmal das Licht der Welt, nun aber in Liebe und Willkommensfreude gehüllt.

Psychomagie

Den Künstler und Theatermenschen spürt man deutlich bei Jodorowskys ganz eigener Therapieform, die er „Psychomagie“ genannt hat. Sie basiert auf seinen Erfahrungen mit onirischen und surrealen Inszenierungen, die dem Unterbewusstsein freien Lauf lassen, sowie auf Beobachtungen aus seinen Begegnungen mit schamanischen Heilern wie der Mexikanerin Pachita. Jodorowsky verordnet dem Ratsuchenden einen „psychomagischen Akt“, der – ohne Umweg über den Intellekt – direkt das Unterbewusste anspricht und dort alte Verstrickungen und Muster löst. Die Akte können grotesk anmuten („Kauf 12 Orangen, geh damit in ein Altenheim, schenke sie 12 alten Leuten und rede mit ihnen. Setz dich dann vor eine Kirche und iss selbst in 12 Minuten eine Orange“ – psychomagischer Akt, um den frühen Tod der Eltern zu überwinden) oder ganz gezielt zu einem produktiven Umgang mit der Vorstellungskraft auffordern, so wenn Jodorowsky bei Kopfschmerzen dazu anregt, den Schmerz mittels der Phantasie zunächst in einen Dornenbusch zu verwandeln und an diesem dann wunderschöne Rosen erblühen zu lassen. Ausführlich beschrieben werden philosophischer Hintergrund, persönlicher Werdegang als Heiler und viele Beispiele aus der Praxis in dem Band „Psicomagia“, bisher nur auf Spanisch und Französisch erhältlich.

Übrigens gibt Alejandro Jodorowsky seine Heilsitzungen gratis. Als Gegenleistung verlangt er lediglich, dass der Behandelte ihm mit dem Zeigefinger „Merci“ in die Handfläche schreibt.